Ein kurzer Einblick in die Geschichte der Bewohner des Hauses bis 1942
Isidor Adler (1828 bsi 1916) erbaute das Haus 1876 im Neorenaissance-Stil.
Von Beruf war er Konditormeister. Nach seinen Lehr- und Wanderjahren betrieb Isidor Adler in unmitterlbarer Nähe eine Konditorei. Im neu erbauten Haus in der Kapellenstraße 44 führte er dann als Kaufmann einen Kolonialwarenhandel.
In der Wohnung über den Geschäftsräumen wohnte er mit seiner zweiten Frau und den drei Buben Jakob, Edmund und Friedrich (der später als Jugendstilkünstler bekannt wurde). Edmund und Jakob Adler führten nach dem Tod des Vaters die Geschäfte weiter. Jakob Adler hielt dem wachsenden Druck der NS-Diktatur nicht Stand und beendete sein Leben im Jahre 1937.
Edmund Adler wurde nach seiner Zwangsumsiedlung in das ehemalige jüdische Altersheim, mit allen anderen jüdischen Mitbürgern 1942 vom Laupheimer Westbahnhof aus deportiert... Ausführlicheres finden Sie in Büchern, die wir für Sie im CAFEHERMES ausgelegt haben.
Die Geschichte des Hauses
Der Bauherr, Isidor Adler, versuchte den Eindruck zu erwecken, das gesamte Gebäude sei aus Stein gehauen. Deshalb sind alle Außenwände, Pilaster, Simsen, Girlanden und Akanthusblätter einfarbig im Bundsandsteinton gehalten. Als Ausgleich und entsprechend griechischem Vorbild waren alle Fenster und Holzeile, auch im Innern des Hauses in dezentem Rot gehalten.
Die Rolladenverkleidungen auf der Schauseite waren teils vergoldet. Die gesamte Fassade hatte somit nur drei Farben. Entsprechende der aufkommenden Industrialisierung waren die Säulen im Eingangsbereich aus Gusseisen, aber im gleichen Ton wie die Fassade gestrichen.
Ziel der 1988/89 durchgeführten Renovierung war es, die schöne Fassade zu erhalten und das Innere des Hauses dem hohen Anspruch des Äußeren anzupassen.
Die äußere Dreiteilung wurde innen wieder hergestellt. Es fand sich eine Holzvertäfelung aus massivtropischem Holz (Wenge) aus einer Villa bei Lissabon, die genau dem Stil und Alter des Hauses entspricht.
Der Tradition entsprechend wurden die Friese bemalt. In der Eingangshalle ist links und rechts die Geschichte und Bedeutung des Gottes Hermes dargestellt, gegenüber dem Eingang die zwölf olympischen Götter. Im linken Teil des Cafés sind Szenen aus der griechischen Schöpfungsmythologie und im rechten Teil ein Äneaszyklus zu sehen. Äneas musste als Besiegter aus Troja fliehen und kam nach vielen Irrwegen und Zweifeln nach Italien, wo er Rom gründete.
Die Bilder wurden von dem Ulmer Künstler Hermann Geyer gemalt.